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Léon Boellmann wurde 1862 in Ensisheim im Elsass geboren. Im
Alter von 9 Jahren verließ er seine Heimat und begann in Paris eine
Ausbildung zum Organisten und Komponisten. Schon während seiner
Ausbildungszeit erhielt er Auszeichnungen. Mit 19 Jahren schloss er mit
einem Diplom als Organist ab. Sein heute bekanntestes Werk ist die Suite
gothique. Der 2. Satz daraus,
das Menuet gothique, ist eine eigenartige Mischung aus
kirchlich-liturgischer Strenge und der Eleganz des achtzehnten
Jahrhunderts: Es beginnt mit einem Menuett in C-Dur, das im laufenden Satz
durch den Gebrauch von erniedrigten Septimen in den Harmonien immer stärkere
modale Züge annimmt. Der kontrastierende mittlere Abschnitt entwickelt
sich mit einem munter aufsteigenden Motiv aus gebrochenen Akkorden durch
eine Vielzahl von neuen Tonarten und bringt einige kurze Erinnerungen an
den Anfang des Menuetts hervor, bevor eine Reprise des ersten Teils den
Satz abrundet. Johannes Brahms komponierte das
Praeludium g-moll (und eine Fuge, die im heutigen Programm nicht erklingt)
im Jahre 1857, in einer Zeit, in der er sich sehr intensiv mit dem Studium
des Kontrapunktes und dem Orgelspiel beschäftigte. Die große dramatische Kraft, die das
Praeludium durch toccatenhafte und rhapsodische Elemente freisetzt, legt
den Gedanken nahe, dass das Werk im Andenken an Robert Schumann (… 1856) entstanden sein könnte. Erst 1927 wurde es im Nachlass
von Clara Schumann wiederentdeckt. François Francœur war ein französischer Geiger und Komponist.
Bereits mit 15 Jahren wurde er Violinist im „grand choeur“ des
Orchesters der Pariser Oper. Wir hören eine seiner Violinsonaten in einer
Bearbeitung für Violoncello und Orgel. |
Programm
17. Mai 2009 J. S. Bach
Präludium und Fuge in C
Aus der
Cello-Suite Nr. 1 in G-Dur, BWV 1007
Sonate D-Dur, BWV 1028
(original für Léon Boellmann
Aus der Suite gothique, op. 25, für Orgel François Francœur Sonate
in E-dur für Violoncello und Orgel |